LG Pankow - Lehrmaterial

 

Eckdaten des DFB- Schiedsrichterwesens
1876
Professor Konrad Koch verfasst deutsche Fußballregeln zunächst nur für den Schulfußball. Das Entscheidungsrecht haben die Spielführer.
1877
Der Schiedsrichter wird eingeführt. Er muss sich mit zwei mit Fahnen ausgestatteten Richtern an der Seite verständigen beziehungsweise abstimmen.
1886
Gründungsversammlung des International F.A. Board als allein zuständige Instanz für die Fußballregeln.
1900
Einheitliche Spielregeln werden durch den DFB-Bundestag angenommen.


1906
Der DFB lehnt sich auf Verlangen der FIFA an die englischen Spielregeln an.
1925
Dr. Peco Bauwens wird zum Mitglied der FIFA-Spielregel-Kommission und des International Board gewähl
1953
Emil Schmetzer und Albert Dusch leiten als erste Schiedsrichter wieder Spiele im Ausland.
1959
Als erster Schiedsrichter erhält Dr. Peco Bauwens, Erster Vorsitzender des DFB, den Ehrenschild für die Leitungen von 82 Länderspielen.
1963
Der DFB-Bundestag genehmigt als den Austausch des verletzten Torhüters ab der Saison 1964/1965.
1968
Das Auswechseln von zwei Spielern auch in Wettbewerbsspielen wird gestattet
1970
Kurt Tschenscher leitet das Eröffnungsspiel der WM in Mexiko und zeigt als erster Schiedsrichter die Gelbe Karte. Rudi Glöckner pfeift als erster deutscher Schiedsrichter ein WM-Finale.
1981
Um dem Schiedsrichter-Mangel entgegenzuwirken, startet der DFB seine Werbeaktion "Sei fair zum 23. Mann - Ohne Schiedsrichter geht es nicht".
1991
Erstmalig wird eine Schiedsrichterinnen-Liste veröffentlicht. Als erste Frau leitet Gertrud Regus das Frauen-Länderspiel Deutschland gegen die Schweiz und nimmt an der ersten Frauen-Weltmeisterschaft als Linienrichterin teil.
1992
Einführung der Gelb/Roten Karte.
 
Aron Schmidhuber wird von der International Federation of Football History and Statistics zum Weltschiedsrichter gekürt.
1994
Im Herbst startet der DFB eine Kampagne, in der "Pfiffige Leute" gesucht werden, die "nicht meckern, sondern pfeifen" sollen.
1995
In offiziellen Spielen dürfen drei Spieler eingewechselt werden. Volker Roth wird Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses.
1997
Vollständige Überarbeitung und Vereinfachung des Regelwerkes.
 
1999
Elke Günthner wird von der FIFA für die dritte Frauen-WM in den USA eingesetzt. Erstmals werden die Spiele nur von Frauen geleitet.
2003
Der Vierte Offizielle kommt erstmals am 25. Januar 2003 in der Bundesliga zum Einsatz.
2004
Dr. Markus Merk wird als zweiter deutscher Unparteiischer zum Weltschiedsrichter gekürt. Ein Jahr später gewinnt er die Auszeichnung erneut.
2006
Dr. Markus Merk der Dauerbrenner. Der Schiedsrichter aus Kaiserslautern wird für die WM 2006 in Deutschland nominiert und kommt dort auch dreimal zum Einsatz.
2007
Christine Beck (Magstadt) wird als Schiedsrichterin für die Frauen-WM 2007 in China nominiert. Als Asssistentinnen sind Miriam Dräger (Mainz) und Inka Müller (Stendal) dabei.
2007
Am 21. September 2007 leitet mit Bibiana Steinhaus erstmals eine Schiedsrichterin ein Spiel der Herren-Bundesligen in Deutschland. Die Polizistin aus Hannover wird beim Spiel der 2. Bundesliga zwischen dem SC Paderborn und 1899 Hoffenheim (0:2) als Spielleiterin eingesetzt.
2007
Doppelerfolg für die deutschen Schiedsrichter. Markus Merk wird zum dritten Mal zum Weltschiedsrichter gekürt. Den Erfolg rundet Herbert Fandel ab, der hinter Merk den zweiten Platz in der Wahl belegt.
www.dfb.net

Der Strafraum
Ein Rechteck, in der Tiefe 16,50m und in der Breite 40,32m (18 x 44 yards), auf jeder Seite des Spielfeldes mit einer Torlinie gezeichnet, die nur von den Pfosten eines Tores unterbrochen wird: der Strafraum. Im Volksmund wird der Strafraum auch „Sechzehn-Meter-Raum“ oder „Sechzehner“genannt. Der Torwart darf den Ball in seinem Strafraum mit den Händen berühren, außer er bekommt ihn von seinem …. (davon später). Dies gilt seit einer Änderung des  Regelwerkes von 1912. Davor durfte der Torwart den Ball in der ganzen eigenen Hälfte mit den Händen spielen.
Nüchterne Zahlen und Regelbestimmungen sind dies, aus denen nicht deutlich wird, dass dieser Raum zu den Bereichen des Spielfeldes gehört, die für den Schiedsrichter zur Nagelprobe seiner Gesamtleistung werden können. Hier kommt es in nahezu jedem Spiel zu Situationen, die spielentscheidend sind. So gibt es im Strafraum immer wieder Szenen und Entscheidungen, die vom  Schiedsrichter ein Höchstmaß an Konzentration erfordern und die er mit einem guten Seiteneinblick, möglichst aus der Nahdistanz treffen muss.
In einigen der 17 Spielregeln wird dieser Raum entweder im Wortlaut oder aber zumindest sinngemäß benannt. Da kann es weder den Fußballfachmann noch den wenig am Fußball Interessierten überraschen, dass dieser Raum immer wieder für Schlagzeilen in den Printmedien sorgt. „Strafraum-Szenen werden zum „Aufreger“ (Mindener Tageblatt), „Mit Tempo in den Strafraum“ (Badische Zeitung), „Explosion im Strafraum“ (Zeit-Online) und selbst in der Literatur wird  der Strafraum zum Aufhänger für ein Essay über die Seele des deutschen  Fußballfans mit dem Titel „Deutschlandreise im Strafraum“ von Peter Esterhazy (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2004).
Bei Durchsicht des Regelbuches wird der Leser feststellen, dass unter der  Überschrift „Strafraum“ unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen sind. Formale Vorgaben gehören dazu, regeltechnische Maßnahmen, aber auch  unterschiedliche taktische Vorgehensweisen des Schiedsrichter-Teams, bei denen zu berücksichtigen ist, in welcher Distanz zum Strafraum die Aktionen der Spieler ablaufen.
Rechtzeitig am Ort des Spiels ist es für den Schiedsrichter ein Leichtes,die Zeichnung des Spielfeldes zu kontrollieren. Wichtig hierbei,dass der Schiedsrichter selbst die Kontrolle vornimmt. Zu beachten hat der Unparteiische, dass die Linien deutlich zu erkennen sind, denn diese gehören zu den Räumen, die sie begrenzen. Doch eine Zeichnung,die nicht der Regel 1 entspricht, wird kaum noch vorkommen. Hierzu gehört natürlich auch die Kontrolle der Tore und der Netze. Aber wie heißt es: Im Fußball gibt es nichts, was es nicht gibt. Und so muss der Schiedsrichter bei Mängeln auf dem Spielfeld einen Verantwortlichen des Platzvereins ansprechen, damit die Platzzeichnung korrigiert wird.
„Der Schiedsrichter lief, wenn notwendig, die Diagonale aus und hatte so eine sehr gute Seiteneinsicht in den Strafraum. Gleichzeitig bestand durchweg der Blickkontakt mit den beiden Assistenten“, wohl jeder Unparteiische hatte eine solche Bemerkung schon einmal in seiner Beobachtung. Die erfahrenenSchiedsrichter wissen, wie sie ihre Laufrichtung, ihr Lauftempo und ihr Stellungsspiel einrichten müssen, um vor allem bei Aktionen im Bereich der Strafräume das passende Stellungsspiel zu haben. Es ist deshalb wichtig,dass sie die  jüngeren Kameraden als Assistenten zu ihren Spielen mitnehmen und ihre Erfahrungen  auch in diesem Bereich weitergeben. Die sinnvollsten Positionen für Schiedsrichter und Assistenten bei Spielfortsetzungen im Strafraumbereich, bei den so genannten Standardsituationen, werden unter Regel 5 und 6 dargestellt.
Es ist philosophisch, darüber zu debattieren, ob der Strafraum seinen Namen vom Strafstoß bekommen hat oder umgekehrt. Fakt ist jedenfalls, dass Sanktionen in der Nähe des Strafraumes, mehr aber noch im Strafraum, für den Spielablauf und die Entscheidung, wer als Sieger vom Platz geht, von besonderer Bedeutung sind. Gerade bei den zehn Vergehen, die einen direkten Freistoß bewirken, muss neben der Nennung dieser Vergehen die Regel 1 noch einmal angesprochen werden („Die Linien gehören zu den Räumen…“), bedeutet das doch für den Schiedsrichter,dass er immer dann auf Strafstoß zu entscheiden hat, wenn ein solches Vergehen von einem Abwehrspieler im Strafraum oder auf der Strafraumlinie vorliegt. Darüber hinaus ist deutlich zu betonen, dass Spielstrafen nur gegeben werden dürfen, wenn sich der Ball im Spiel befand.
Gleichzeitig kommen wir hier zu grundsätzlichen Themen der Schiedsrichter-Tätigkeit. Die Begriffe Mut und Durchsetzungskraft müssen fallen, denn nur der Schiedsrichter, der über eine starke Persönlichkeit verfügt,wird bei solchen Entscheidungen „die Sache“ im Griff behalten und letztlich von beiden Mannschaften respektiert Eingebunden in die Betrachtung des Themas unter der Regel 12 ist zudem das Torwartspiel mit Zuspielregel (im Sprachgebrauch auch als „Rückpassregel“ bezeichnet), die 6-Sekunden-Regel, das Verhalten der Spieler dem Torwart gegenüber und vor allem das besondere Recht des Torwartes, den Ball bis zu den Strafraum-begrenzungen mit der Hand zu spielen. So muss klar sein, dass der Torwart keinen unsportlichen Vorteil daraus erhalten darf, dass er allein das Recht hat, den Ball mit den Händen zu kontrollieren. Dies bedeutet, dass die Zuspielregel nur dann eine Entscheidung des Schiedsrichters verlangt, wenn der Torwart den Ball von einem Einwurf eines Mitspielers erhält oder absichtlich von einem Mitspieler mit dem Fuß zugespielt bekommt. Die Regel 12 geht sehr umfangreich auf das Torwartspiel ein.
Unter den Überschriften „Vergehen des Torhüters“ und „Vergehen gegen den Torhüter“ finden sich zahlreiche Informationen. „Wer den 16er anspricht darf den 5er nicht vergessen!“ In der Fußballszene oft nicht korrekt benannt, gehören diese beiden Flächen des Spielfeldes doch irgendwie zusammen. Beim Geschehen in diesem Bereich des Spielfeldes hat der Schiedsrichter vor Ort zu sein. Entscheidungen aus größerer Distanz, bei Zweikämpfen in diesen „Räumen“, fordern geradezu zur Kritik heraus. Schon bei den grundsätzlichen Maßen von 5,50m und 3 x 5,50m = 16,50m werden die Abhängigkeiten deutlich – bleiben noch 2x 5,50m als Strafstoß. Angesprochen wird hier sicher der  Schutzraum des Torwartes. So sagt die Anweisung des DFB eindeutig: „Der Torwart darf im Torraum nicht gerempelt werden, außer er hält den Ball oder hindert einen Gegner.“ Der Ermessensspielraum des Schiedsrichters ist gefordert, wenn unter dieser Bestimmung die Richtlinie der FIFA herangezogen wird.
Heißt es dort doch: „Das Behindern des Torhüters durch unfaires Bedrängen, z.B. bei einem Eckstoß, gilt als Vergehen.“ Da bleibt die Frage: „Was ist unfaires Bedrängen?“ Entscheidungen in der Nähe des Strafraumes, mehr aber noch im Strafraum, sind zwar im Grundsatz genauso entsprechend der Vorgaben des Regelwerkes zu treffen wie im Mittelfeld, trotzdem muss dem Schiedsrichter hier ein besonderer Ermessensspielraum zugestanden werden. Reichlich Erfahrung und ein besonderes „Finger-spitzengefühl“sind unmittelbar vor dem Strafraum bei der Anwendung von Vorteil gefordert, denn je mehr sich das Spielgeschehen dem Strafraum nähert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die angreifende Mannschaft aus dem Vorteil ein Tor erzielt. Und da treffen selbst Spitzen-Schiedsrichter Entscheidungen, von denen sie später sagen: „Hier habe ich mich geirrt, Vorteil und Gelb für Jens Lehmann wäre besser gewesen.“ So geschehen beim Champions League-Finale Barcelona - Arsenal, als Schiedsrichter Terje Hauge (Norwegen) den  deutschen Torwart vom Platz stellte, obwohl unmittelbar nach dem Foul an Eto’o durch den FC Barcelona ein Treffer erzielt wurde. Vor allem bei Vergehen im Strafraum muss ein  Schiedsrichter innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheiden, ob er Vorteil oder Strafstoß geben soll.
Welches ist der größere Vorteil – die Torchance für den Spieler, der trotz Beinstellens allein auf den Torwart
zuläuft oder der Strafstoß? Zu lange gezögert und die Chance auf Vorteil oder Pfiff ist vertan. Nicht weniger problematisch für den Unparteiischen wird es bei Freistößen für die  angreifende Mannschaft unmittelbar vor dem Strafraum. Immer wieder kommt es zunächst zu Kritik und Protest. Hat sich die Situation etwas beruhigt, dann muss der Abstand der  Mauer hergestellt werden. Ein lauter Pfiff und eine klare Ansage sind hier gefordert. Anschließend hat der Unparteiische aufzupassen, dass kein Abwehrspieler zu früh vorläuft und so die Ausführung behindert oder sogar den Ball ablenkt.
Ach ja – und beim indirekten Freistoß darf der Schiedsrichter dann auf keinen Fall  vergessen, dass er einen Arm deutlich, für alle sichtbar über den Kopf zu halten hat.  Einfacher ist es dagegen, wenn es um die Spielfortsetzungen für die verteidigende Mannschaft geht. Gibt es Abstoß oder Freistoß aus dem Strafraum heraus, so ist der Ball erst dann im Spiel, wenn er den Strafraum verlassen hat.
Carsten Voss & Günter Thielking

Gedanken zum Pfiff
D
er § 7 der Spielordnung sagt zur Sportkleidung folgendes aus: „Bei Spielen haben die Spieler einheitlich die gemeldete Spielkleidung ihrer Mannschaft zu tragen. Die der Torwarte haben sich von der Kleidung der Mannschaft und des Schiedsrichters zu unterscheiden. Die Spieler haben Rückennummern zu tragen. Sind beide Kleidungen gleich oder ähnlich, muss der Heimverein die Spielkleidung wechseln.“ Soweit die Grundsätze. In der Regel gibt es in der Mehrzahl der Begegnungen keine Probleme. Aber selbst in den oberen Klassen entsteht Ärger, weil sich Vereine vorher nicht abstimmen. In der Vergangenheit war das selten der Fall, weil die Vielfalt der Auswahl an Kleidung nicht gegeben war. Da wusste man vorher, dass Tennis Borussia in lila spiel, Union in rot-weiß und SV Blau Weiß eben in blau-weiß. Von der Ersten bis zur Jugend hielt man traditionell an der Kluft fest. Auch die Schiris, die ja in  schwarz aufliefen, kamen mit den Farben der Mannschaften kaum in Konflikt.
Heute ist das anders geworden. Mehrere Farben auf dem Trikots, bunte Hosen und mehrfarbige Stutzen sorgen für modische Attribute, aber auch für  Verstimmungen bei Spielern, Unparteiischen und auch Besuchern. Der  ordentliche Schiedsrichter hat jetzt mehrere Farben im Gepäck, aber in den  unteren Regionen des Spielbetriebes fehlen oftmals Wechselkleidung und sogar die so beliebten Leibchen. Es ist schon vorgekommen, dass selbst Leibchen nicht den erwarteten Unterschied erzielen konnten.
Was also ist zu tun? Der Spielleiter kann zwar Schmuck und Schuhe am
Spielfeldrand einer Besichtigung unterziehen, aber die Farbe der Spielkleidung muss bereits im Vorfeld der Begegnung vom Unparteiischen einer Visite unterzogen werden, um dem Heimverein Zeit zur Veränderung einzuräumen. So etwas sollte man nicht nur den beiden Mannschaften überlassen. Während in den unteren Mannschaften der Schiri mit gutem Willen auch geringe  Unterschiede zulassen wird, unter Flutlicht ist das mehr als riskant, weil z.B. grau
und hellblau bei Licht oft anders zu sehen sind als am Tage. Auch wird man dem Torwart in der Farbe der Schiedsrichterkleidung ruhig spielen lassen können. Probleme von gleichfarbigen Hosen und Stutzen können auftreten, bei der Beurteilung von Ausbällen und Eckbällen. Darum fordern die Schiedsrichter in Spielen der höheren Klassen, wo Fernsehübertragungen und Flutlicht die Unterschiede eindeutig wahrnehmbarer machen müssen, auch eindeutige Unterschiede in der Bekleidung.
Als FuWo-Berichterstatter habe ich schon viele Merkwürdigkeiten auf den Plätzen erlebt. Rote Rückennummern auf schwarz-weißen Jerseys, die man nur aus der Nähe erkennen konnte. Verwaschene Namen in Hellgelb auf gelben Hemden. Auch Schiedsrichter fordern oftmals die Vereine heraus. So monierte einmal der Unparteiische, weil die eine Mannschaft mit weißen Hemden, die rot abgesetzt waren, mit roten Hosen spielen wollte und die andere mit weißen Hemden, die grün abgesetzt mit grünen Hosen. Einmal monierte der Schiri bei nterschiedlichen Jerseys und Hosen, die gleichartigen weiß-schwarzen gesprenkelten Stutzen. Das Spiel wurde tatsächlich 15 Minuten später angepfiffen, weil der Heimverein erst gelbe Stutzen heranschaffen musste.
Der Höhepunkt zeigte sich auf einem Berlinligaspiel. Der Gast trat mit  rotschwarzen Jerseys an, gestreift mit schwarzen Hosen, die Heimmannschaft in hellroten Hemden weiß abgesetzt mit weißen Hosen. Das war dem Schiri suspekt und wollte das geändert haben. Da die Heimmannschaft keine andere Kleidung herbeischaffen konnte, zog sie blaue Leibchen über.
Fazit: beim
Auswechseln musste der Spieler, da die Leibchen undurchsichtig waren, erst das Ding über den Kopf ziehen, damit der Assistent die Nummer notieren konnte. Auch das Notieren bei Gelben Karten wurde für den Assistenten zum Problem. Er befragte dann den Betreuer. So kann man als Unparteiischer auch übertreiben…
Ich weiß nicht, was der Beobachter dem Schiri nach dem Spiel dazu gesagt hat. Ich und viele Besucher waren einfach frustriert! Was hätte der Schiri eigentlich bei einer Rudelbildung gemacht oder unübersichtlichen Szenen im Straftraum, in denen das Erkennen der Nummern im Falle von notwendigen Verwarnungen unabdingbar ist? Der Schiedsrichter, sofern er nicht farbenblind ist, sollte alle Möglichkeiten vor Beginn des Spieles ausschöpfen, um die Regel gerecht zu werden, dabei aber auch die Vereine nicht überfordern. Er sollte sich auch zurücknehmen, wenn seine Kleidung mit der Mannschaft nicht konform geht. Da kann man auch mal ein Leibchen überziehen oder bei Regenwetter die eigene schwarze Regenkluft mit der zur Verfügung gestellten bunten Regenjacke vom Heimverein tauschen.
Kurt Gollub
 

Der Moment der Entscheidung
Es gab schon viele wissenschaftliche Studien über die Entscheidungskraft eines Menschen. Viele Daten wurden gesammelt. Berge von Unterlagen liegen in den wissenschaftlichen Instituten und präsentieren uns sehr viele Interessesante Ergebnisse. Enthüllungen, die viele Wissenschaftler faszinierten und zugleich beeindruckten. Im Rahmen vieler Studien wurde so manche Frage gestellt. Wie funktioniert das entscheiden? Warum entscheiden wir überhaupt und wieso finden wir immer Entscheidungsalternativen? Es gibt noch unzählige Fragen diesbezüglich, die man hier abdrucken könnte, doch konzentrieren wir uns nun auf eine wesentliche  Fragestellung, die gerade uns Schiedsrichter betrifft: „Wie lernen wir aus unseren Entscheidungen und wie können wir unsere Entscheidungskraft trainieren?“
Die erste Entscheidung,die wir schon vor dem Spiel tätigen, ist die Entscheidung, dass wir das Spiel möglichst anständig und ruhig über die Bühne bringen wollen. Diese Entscheidung ist eine Zielentscheidung, da diese ein gewisses Ergebnis hervorrufen soll. Nämlich, dass das Spiel in ordentliche Bahnen verläuft. Um diese Zielentscheidung, die wir bereits vor dem Spiel festlegen, auch wirklich zu erreichen, entscheiden wir im Spielverlauf dementsprechend nach ihr. Alle Entscheidungen, die wir also im Spiel tätigen, dienen der Zielerreichung. Ein kurzes Beispiel. Man befindet sich in einer fremden Stadt und kennt sich nicht aus. Ein Stadtplan verrät mir, dass ich, wenn ich zum Museum will (mein Ziel), mehrere Möglichkeiten (Entscheidungsvarianten) habe. Ich suche mir nun die Günstigste heraus und probiere so schnell wie möglich anzukommen. Mein Ziel habe ich also erreicht, in dem ich den schnellsten Weg genommen habe. Aber warum habe ich nun den schnellsten Weg genommen? Er ist sichtlich der Einfachste und dient also zur schnellen Lösung meines Problems. Nun werden bestimmt einige sagen, dass der schnellste Weg nicht immer der Einfachste ist bzw. der Beste. Stimmt! Aber warum wissen wir das? Die Antwort kennen wir nur, weil wir entsprechende Erfahrungen gesammelt haben, die uns das Gegenteil beweisen.
Erfahrungen basieren auf Entscheidungen, die wir zuvor getätigt haben. Mit jeder  einzelnen Entscheidung sammeln wir Erfahrungen über das Geschehen, in dem wir uns gerade befinden. Wir sind in der Lage uns aus den Erfahrungsbildern eine vermeidlich geeignete Taktik zu überlegen, welche den weiteren Verlauf unserer Entscheidungskraft erleichtern soll. Beispiel aus der Spielpraxis: Ein Stürmer fällt im Strafraum hin und
reklamiert (Situation). Ich entscheide auf Schwalbe und verwarne ihn (Entscheidung), da er probiert hat mich zu täuschen. Drei Wochen später. Der gleiche Spieler probiert es erneut mit einer Schwalbe. Ich entscheide intuitiv auf eine Schwalbe, da ich ja weiß, dass dieser Spieler in solchen Situationen leicht fällt (Erfahrung). Ich verwarne ihn dafür (Entscheidung). Doch Achtung! Nicht jede Erfahrung, die mit einer anschließenden Entscheidung verbunden ist bzw. umgekehrt, ist auf alle Situationen anwendbar. Wir können nicht alle Erfahrungen/Entscheidungen pauschalisieren und diese jedesmal
anwenden. Schnell werden wir merken, dass wir andere Wege gehen müssen, um das Ziel zu erreichen, da es sonst zu Ungereimtheiten kommt, die wir natürlich vermeiden wollen. Es bleibt also nicht aus, dass wir immer wieder von Fall zu Fall neu Entscheiden
müssen. Ob die Entscheidung nun richtig war oder nicht, zeigt uns die Erfahrung, die wir damit sammeln.
Es ist also nicht leicht als Schiedsrichter immer wieder die richtige Spielleitung zu finden. So lernen wir nach und nach, dass bestimmte Situationen immer wieder vorkommen, bei denen wir die erlernten Entscheidungsmuster / Erfahrungen anwenden können. Wir lernen
aber auch, dass wir mit Situationen konfrontiert werden, bei denen wir keine  Möglichkeiten haben auf unsere Erfahrungen zurückzugreifen, da wir in solchen  Momenten noch nie entschieden haben. In diesen Situationen ist allein unser Entscheidungsgespür gefragt, den wir erst im nachhinein justieren können, damit wir für die gleiche Situation in einem anderen oder sogar im gleichen Spiel gerüstet sind. Manche reden vom sog. „Bauchgefühl“ oder von  einer Eingebung. Fakt jedoch ist, dass es, auch wenn wir meinen, wir entscheiden aus dem Bauch, eine bewusste Handlung ist.
Erstaunlich ist, dass gerade die schnellen Entscheidungen, die wir treffen, meist die richtigen sind. Kommen wir einmal ins überlegen, verheddern wir uns in Gedankenstricke
und nehmen dann doch den falschen Weg. Die Momente, in denen wir ganz schnell reagieren, entscheiden und handeln, haben wir zuvor trainiert. Beispiel: Ein Ball wird hoch in den Strafraum geflankt. Der Torwart reagiert darauf und entscheidet sich dafür den Ball abzufangen, da die Stürmer bereits „lauern“. Nun handelt er und springt zum Ball, welchen er sicher fängt. Das ist eine klassische Situation, die oft genug im Training geübt wird und sogar vor dem Spiel als Aufwärmübung dient. Die Erfahrung sagt ihm also, dass es brenzlig wird, wenn er den Ball nicht abfängt. Die Entscheidung zum Ball zu gehen und diesen zu fangen, geht ihm in „Fleisch und Blut“ über, so dass er „nicht denkt“ und die Fehlerquote nachweislich minimiert. So auch bei uns Schiedsrichtern. Haben wir eine
Situation, in der wir entscheiden müssen ob Karte oder nicht, ist meist die erste Entscheidung richtig, da wir oft genug eine ähnliche Entscheidung treffen mussten. Denken wir darüber nach und wägen ab, haben wir verloren, da wir uns danach meist
anderes entscheiden. Im schlimmsten Falle wendet sich danach das ganze Spiel und wir haben ordentlich zu tun – selbst schuld!
Wir können solche Situationen immer und immer wieder nur trainieren. Sei es durch Videoszenen, Beobachtung anderer Schiedsrichter oder durch Beobachtung seiner eigenen Entscheidungsvarianten beim Erlebnis unmittelbar auf dem Spielfeld. Wir
sollten uns ein bestimmtes Repertoire an Entscheidungsmuster anlegen und dennoch den Platz nicht vergessen, den die neuerlernten bekommen sollten. Auf Entscheidungen und die daraus resultierenden Erfahrungen zu beharren, ohne neue hinzulernen zu wollen, ist fatal! Flexibilität und Anpassung ist gefragt und sollte nicht unterschätzt werden. Gerade im Lernprozess, den man durch kontinuierliches Training verbessern kann, sollte man nicht vergessen, dass es auch mal in die „Hose“ gehen kann. Wir sollten uns damit abfinden, dass Entscheidungen auch mal falsch sein können. Das ist menschlich! Wir
lernen schließlich daraus und das ist alles, worauf es im Nachhinein ankommt!
Helmut Husmann

Schiedsrichterlehrgemeinschaft Pankow

Handlungsempfehlungen für SR

 Die Schiedsrichter haben die Pflicht, Schwächere zu schützen
Die Schiedsrichter sollen nur dann tätig werden, wenn die Störungen von außerhalb Einfluss auf das Spiel haben oder gegen am Spiel Beteiligte gerichtet sind.
Wird ein Schiedsrichter von einem Mannschaftskapitän auf Vorkommnisse angesprochen, hat er die Pflicht darauf zu reagieren. Der Schiedsrichter hat aber auch das Recht, initiativ tätig zu werden, wenn die Störungen deutlich vernehmbar, über einen längeren Zeitraum anhaltend und eindeutig menschenverachtend sind. 
Weist der Schiedsrichter den Mannschaftskapitän an, bestimmte Schritte einzuleiten, ist das Spiel bis zur Erfüllung zu unterbrechen. 
Die Schiedsrichter sollen bei Störungen von außen folgende vier Schritte einleiten. Je nach Heftigkeit der Störungen können einzelne Schritte übersprungen werden: 
o Ansprache des Mannschaftskapitäns mit der Aufforderung, die störenden Personen direkt oder per Lautsprecher zur Änderung Ihres Verhaltens aufzufordern 
o Setzt sich das Verhalten fort, ist der Mannschaftskapitän erneut zu einer Ansprache der betreffenden Personen aufzufordern. Hier soll dann den Störern die Einschaltung der Polizei angekündigt werden. 
o Erfolgt auch nach der zweiten Ansprache keine Veränderung der Situation, soll der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen und das Spielfeld mit beiden Mannschaften verlassen. Eine Wiederaufnahme des Spiels erfolgt nur nach deutlicher Beseitigung der störenden Situation. Dies kann durch Eintreffen der Polizei, Entfernen der störenden Personen vom Vereinsgelände oder die entsprechende Zusicherung des verantwortlichen Vereins, auch wenn die betreffenden Personen das Gelände nicht verlassen haben, erfolgen. Diese Überprüfung soll der Schiedsrichter gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen durchführen. Der verantwortliche Verein ist darauf hinzuweisen, dass bei einer erneuten Störung das Spiel abgebrochen wird.
o Erfolgt nach Spielwiederaufnahme keine Besserung oder erfolgen erneute Störungen, ist das Spiel durch den Schiedsrichter abzubrechen. 
Ist die Polizei gerufen worden, ist das Spiel bis zum Eintreffen zu unterbrechen. Ist die Polizei nach 30 Minuten noch nicht auf dem Gelände anwesend oder sind die Personen nicht auf anderem Wege vom Sportgelände entfernt worden, ist das Spiel abzubrechen. 
Jede Ansprache des Schiedsrichters durch einen der Mannschaftskapitäne mit dem Hinweis auf entsprechende Störungen, ist auf dem Spielbericht zu vermerken. Dieser Eintrag stellt keinen Sonderbericht dar. Werden vom Schiedsrichter weiterführende Maßnahmen eingeleitet, ist dies ebenfalls zu vermerken und wird dann als Sonderbericht behandelt.

Regelanpassung Jan. 2008
Regel 4: "Unterziehhose" 
-Radlerhose, medizinische Hose muss der Hauptfarbe der Hose entsprechen
-Strumpfhosen und Trainingshosen müssen nicht der Hauptfarbe der Hose entsprechen, aber die Shorts muss über diesen Hosen getragen werden

Regel 14 unsportliches Täuschen beim Strafstoß
-wird mit einer Verwarnung zwingend bestraft

Abwehrspieler läuft zu früh aus der "Mauer"
-nicht zu früh unterbrechen, sondern erst die Wirkung abwarten
-Ball nicht im Tor Wdl. und Verwarnung

Spieler trägt Schmuck
-wenn er sich weigert den
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