LG Pankow - Tips von und für Schiedsrichter

 

"Einige 'gutgemeinte Ratschläge'

Der Schiedsrichter muß ein fundiertes theoretisches Wissen besitzen. Die Kunst ein Spiel zu leiten, besteht aber unter anderem darin, die Theorie auf dem Spielfeld umzusetzen und diese im Sinne des Fußballsports anzuwenden. Wenn nach einem Fußballspiel alle fragen: 'Ja - und wer war der Schiedsrichter?' ist fast alles gesagt. Dieser Kernsatz ist für mich eben neben der einheitlichen Regelauslegung ein Ziel, welches in der Ausbildung verfolgt werden muß und das heißt konkret: Der Schiedsrichter als Spielleiter und nicht als Mittelpunkt des Spieles.

Ein regelmäßiges Trainingsprogramm ist eine Grundvoraussetzung für jeden Schiedsrichter, um seine Fitneß und Kondition zu erhalten. Die Trainingsanforderungen sind meines Erachtens an der jeweiligen Leistungsklasse auszurichten. In der Praxis heißt dies, daß der Schiedsrichter immer in der Lage sein sollte, seine Entscheidungen in Spiel- und Ballnähe zu treffen. Darauf folgt wiederum, daß die Entscheidung des Schiedsrichters richtig ist und somit die Akzeptanz des Unparteiischen durch die Spieler außer Frage steht. Die meisten Fußballspiele werden erst gegen Ende der Spielzeit entschieden. Jeder der Beteiligten wird müde, die Konzentration nimmt ab. Für den Schiedsrichter aber hat diese Tatsache folgende Konsequenz: Er muß nach Spielende das Gefühl haben, noch zehn bis fünfzehn Minuten auf dem gleichen Level pfeifen zu können. Hinzu kommt sein Erscheinungsbild. Er sollte nach einem langgezogenen Sprint [...] in der lage sein, seich 'normal' unterhalten zu können. Der Spieler akzeptiert den Schiedsrichter ebenso als einen Sportler und nicht unbedingt als einen Funktionär, der mit hochrotem Kopf und außer Atem vor ihm steht und zu haspeln beginnt. Die Mannschaften haben ein Recht auf einen Schiedsrichter, der konditionell topfit ist. Dazu kommt selbstverständlich die geistige Fitneß was die Regelbestimmung angeht: Er muß sich immer darüber klar sein, daß sein Regelwissen oft in Streßsituationen von ihm verlangt wird. Ob kritisierende Spieler, schreiende Trainer oder tobende Zuschauer, sie alle lassen dem schiedsrichter keine Zeit um tief in sich hineinzugehen: Er muß sofort und regelkonform entscheiden. So selbstverständlich und wichtig dies hier scheint, mag auch der folgende Hinweis sein: Die beste und die einzige Möglichkeit das Schiedsrichteramt zu trainieren (neben der Beobachtung anderer Spiele und Kontrollen) sind die eigenen Spielleitungen. Ideal ist natürlich, wenn der Schiedsrichter selbst noch regelmäßig Fußball spielt. Damit läuft er sicherlich nicht Gefahr, sich zu weit vom eigentlichen Spiel zu entfernen."

Edgar Steinborn in: Fock, Manfred, Der Schiedrsrichter im Fußballsport oder Was heißt hier unparteiisch?Adelshofen 1996

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